Geschichte

Poetry Slams in der Schweiz

 

Poetry Slam wurde in den USA erfunden, der gängigen Legende nach in Chicago, wo der Performance Poet Marc Kelly Smith aka «Slampapi», wie er heute noch genannt wird, ab 1986 in Jazzklubs Performance Formate, darunter den später als Poetry Slam betitelten Wettbewerb auf die Beine stellte, weil ihm klassische Literaturformate zu langweilig, zu tötelig waren.

Interessanterweise wurde der Begriff «Poetry Slam» von einem Basler Saxophonisten vorgeschlagen, der in Chicago lebte und war als gleichzeitig als Anspielung auf den sportlichen Wettbewerb in Baseball, Tennis oder Wrestling gemeint, aber auch als lautmalerischer Ansporn, die Literatur wieder knalliger, erlebbar zu machen.

Ende der neunziger Jahre fand die dynamische Kulturform via New York Ihren Weg nach Europa, zuerst nach Berlin und Hamburg, wo ab 1996 die ersten deutschen Meisterschaften im Poetry Slam stattfanden und dann auch in die Schweiz. 2002 wurden die deutschsprachigen Meisterhscaften zum ersten Mal in der Schweiz ausgerichtet, in der Dampfzentrale, nur ein Jahr, nachdem 2001 mit «Team Winterthur» (bestehend aus den Schweizer Bühnenlegenden Tom Combo, Suzanne Zahnd und Sybille Aeberli) als erste Schweizer:innen den Titel des besten deutschsprachigen Teams gewonnen hatten und  aus den deutschen eben die deutschsprachigen Meisterschaften machten.

Die Geschichte des Poetry Slams in der Schweiz ist denn auch untrennbar mit Winterthur verbunden: So war schon die erste, vom Verlag «der gesunde Menschenversand» (heute der wichtigste Verlag für Bühnenliteratur der Schweiz) organisierte Poetry Slam Tour 1999 zu Gast in Winterthur, seit 2005 fanden in Winterthur immer regelmässige Veranstaltungen statt, sei das im legendären Albani Music Club, im Kraftfeld und natürlich auch im grössten Haus der Szene, dem Casinotheater Winterhur, wo Lara Stoll, Patrick Armbruster und Etrit Hasler seit 2005 den vielleicht prominentesten Slam der Schweiz veranstalten.

Die Schweizer Meister:innenschaften werden erst seit 2010 durchgeführt, der Ausrichterort wird jedes Jahr basisdemokratisch vom Treffen der Slammaster:innen bestimmt  – dass Winterthur nach 2013 und 2018 bereits zum dritten Mal dieses Fest der Bühnenliteratur ausrichten darf, ist nicht zuletzt auch ein Dankeschön an die Eulachstadt, die wie keine Zweite der Poetry Slam Szene über die Jahrzehnte eine Heimat und ein immer wunderbares Publikum geboten hat.